Freiberg für alle

#gesichtzeigen Rasha Nasr

Ich habe anderthalb Jahre als Asylkoordinatorin in Freiberg gearbeitet. Das war eine sehr spannende und aufregende Zeit. In dieser Zeit habe ich einerseits zwar leider erlebt, was es bedeutet, wenn das Miteinander verloren geht. Ich habe aber auch erlebt, wie wertvoll genau dieses Miteinander ist. Wie wertvoll es ist, voneinander zu lernen, miteinander zu arbeiten und gemeinsam etwas Tolles – etwas von Dauer – auf die Beine zu stellen. Dieses Miteinander wünsche ich mir auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Zusammenlebens. 
Die Mitlaufgelegenheit Freiberg (damals noch Refugee Lauftreff) ist immer ganz vorn dabei, wenn es darum geht, das weltoffene, das herzliche Freiberg zu verteidigen. Es waren auch die rührigen Menschen des Refugee Lauftreffs, die sich als erste bei mir gemeldet und eine Zusammenarbeit angeregt haben. Die Initiative Freiberg für Alle zeigt, wie es richtig geht: Denn eine Stadtgesellschaft ist keine homogene Masse, eine Stadt besteht aus vielen – in ihrer Unterschiedlichkeit wertvollen – Menschen, die alle Respekt verdient haben. Und sie alle haben verdient, dass man ihre Geschichte erzählt. Ich bin stolz und dankbar für das, was die Freibergerinnen und Freiberger in ihrer Stadt geschafft haben. Das anfängliche Misstrauen, die Überforderung, die Ablehnung, die in Teilen herrschte, das ist überwunden. Und zwar, weil wir gemeinsam an einem Freiberg gearbeitet haben, das Menschen willkommen heißt, das stolz darauf ist, bunt und weltoffen zu sein. Diesen Mut und diese Leidenschaft wünsche ich mir für ganz Sachsen. 

Rasha Nasr

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