Freiberg für alle

#gesichtzeigen Carola Zscheile

Geboren und aufgewachsen in West-Berlin, mit Zwischenstopp in München, lebe ich seit 2003 in Freiberg. Wie ich immer so schön sage: „Ich habe sozusagen hergeheiratet“, und bin geblieben.
Ich hätte mir vorher nie vorstellen können, an einem Ort zu leben, der ruhiger und kleiner ist als Berlin. Mittlerweile ist es so, dass ich nach einem Besuch in meiner alten Heimat froh bin, wieder zurück nach Freiberg zu kommen! Ich schätze das Leben in Freiberg, die Überschaubarkeit. Ich kenne hier viele Menschen und immer wieder treffe ich unterwegs jemanden Bekanntes. Ich fühle mich hier generell sicher und bin, in der Hoffnung, dass das so bleibt, auch nachts angstfrei unterwegs.
Manches von dem, was es in größeren Städten gibt, ist hier noch nicht im Übermaß vorhanden. Das bietet ein großes Potenzial. Gerade für Menschen, die Ideen haben und sich engagieren wollen, gibt es hier noch viele Möglichkeiten. Ich selbst bin gerade in einer Phase der beruflichen Neuorientierung und sehe hier Möglichkeiten, die ich in Berlin in der Form vielleicht nicht hätte.
Im September habe ich mit einem Mitstreiter die Ortsgruppe  Parents for Future Freiberg gegründet. Wir unterstützen Fridays for Future und wollen uns als Erwachsene für den Umwelt- und Klimaschutz stark machen, informieren und eigene Projekte durchführen.
Für mich gibt es schon Unterschiede in der Sichtweise bestimmter Themen. Dazu gehört u.a. die Sorge bezüglich der Zuwanderer, genauso wie der Klimaschutz. Ich habe dazu Meinungen gehört, die ich zwar teilweise auch verstehen kann, aber nicht immer teile. Womit ich mir nicht immer Freunde mache. Da ich es anders kenne, versuche ich dann, sachlich zu hinterfragen und zu argumentieren. Es gibt immer Gründe für bestimmte Denkweisen und Befürchtungen! Diese sollten auch gehört und ernst genommen werden, nicht aber das friedliche Miteinander gefährden!
Ich bin mit dem Verständnis aufgewachsen, dass Miteinander, Nachbarschaftshilfe und auch das Multikulturelle normal und bereichernd sein können, sofern es keine Ausgrenzung und Abwertung gibt. Ich hatte viele Schulkameraden und Freunde verschiedener Nationalitäten. Meine Mutter hatte tolle türkischstämmige Kolleginnen. Ich habe sehr positive Erinnerungen bezüglich der großen Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft. Gefühlt ist es hier ein anderer Umgang miteinander. Wenn ich Freiberg und Berlin vergleiche und die Unterschiede erlebe, bemerke ich mittlerweile bei mir selbst, dass vieles für mich auch nicht mehr so selbstverständlich ist. Daher wünsche ich mir einen offeneren und respektvollen Umgang und Austausch mit noch Fremden und Andersdenkenden! Gewalt, verbale Attacken, Mobbing etc. sind für mich absolut gar nicht zu tolerieren! 
Themen wie Klimaschutz zum Beispiel lassen sich am besten in der Gemeinschaft bewältigen. Nicht, indem man übereinander schimpft und sich gegenseitig schlechtmacht, sondern durch Diskurs, Verständnis und Zusammenhalt!
Ich habe hier schon oft gehört, „Früher sei vieles besser gewesen“, die Menschen hätten einander noch geholfen. Warum sollte das heut nicht mehr möglich sein?
Lasst uns mehr hinschauen, wenn jemand Hilfe braucht, einsam ist, und dann helft! Wenn ihr eine bessere Welt, ein schöneres Freiberg wollt, dann packt mit an!
Ich wünsche mir für unsere Kinder, die folgenden Generationen, für uns alle, eine friedliche, grüne und liebevolle Welt! 
Sei dabei!

Carola Zscheile

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